Warum ich 1blu nach 15 Jahren verlasse…
Es gibt Dinge in der IT-Welt, die nerven. Und es gibt Dinge, die machen einen einfach nur wütend. Wer SeppelPower schon länger verfolgt, weiß, dass ich normalerweise über smarte Technik, coole Gadgets und Optimierungen im Smart Home berichte. Aber heute muss ich ein Thema ansprechen, das mich in den letzten Tagen einiges an Nerven gekostet hat: Mein kompletter Website-Umzug.
Vielleicht habt ihr es bemerkt – SeppelPower.de war kurzzeitig etwas holprig zu erreichen oder baute sich im Browser nicht direkt auf (DNS-Caches sind was Feines…). Der Grund dafür war keine geplante Wartung, sondern eine absolute Notbremse. Ich habe meinem langjährigen Hosting-Provider 1blu den Stecker gezogen und bin mit Sack und Pack zu Netcup (Anzeige) gewechselt.Warum? Weil 1blu eindrucksvoll bewiesen hat, wie man treue Bestandskunden mit einer absurden Preispolitik und einem unterirdischen „Friss oder stirb“-Support systematisch vergrault.
Der Lockvogel und die Preis-Keule
Fangen wir von vorne an: Ich war über 15 Jahre (!) Kunde bei 1blu. Damals bin ich dorthin gewechselt, weil der Preiseinstieg attraktiv war und die Leistung für meine Zwecke passte. Mein „1blu-Homepage“-Tarif kostete mich entspannte 5,11 € im Monat. Ein fairer Preis für das, was ich brauchte. Doch dann flatterte im März 2026 plötzlich eine E-Mail mit dem Betreff „Vertragsinformation zu Ihrem Produkt“ in mein Postfach.
Der Inhalt? Eine einseitige Tarifänderung zum September 2026. Angeblich wegen gestiegener Kosten für Personal, Hardware und Energie müsse man die Preise anpassen. Der neue Preis, der mir als großzügiger „Treuepreis“ verkauft wurde: 9,19 € im Monat. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Das ist eine Preiserhöhung von knapp 80 %! Wir reden hier nicht von einem Inflationsausgleich im einstelligen Bereich. Wir reden von einer fast kompletten Verdopplung der Kosten. Um das Ganze schmackhaft zu machen, packte 1blu mir ungefragt „Mehrleistungen“ ins Paket: 500 E-Mail-Postfächer, 300 GB Webspace, 80 Datenbanken. Dinge, die ich weder bestellt habe, noch für meinen Blog in diesem Ausmaß brauche. Ich wollte schlicht und ergreifend meinen bestehenden Vertrag behalten.
Mein juristischer Widerspruch und der Roboter-Support
Da zu einem Vertrag immer noch zwei übereinstimmende Willenserklärungen gehören, habe ich per E-Mail ganz offiziell widersprochen. Ich wies darauf hin, dass eine 80-prozentige Erhöhung den Rahmen des „billigen Ermessens“ (§ 315 BGB) meilenweit überschreitet und eine unangemessene Benachteiligung (§ 307 BGB) darstellt. Ich forderte 1blu auf, den Vertrag zu den bisherigen Konditionen fortzuführen oder ihn eben formgerecht zu kündigen.
Was dann folgte, ist ein Paradebeispiel für schlechten Kundenservice. Anstatt auf meine Argumente einzugehen oder einem Kunden, der seit eineinhalb Jahrzehnten brav seine Rechnungen zahlt, entgegenzukommen, bekam ich lediglich Copy-Paste-Textbausteine zurück. Man verwies stur auf Ziffer 6.6 der eigenen AGB, in der man sich das Recht zur Preisanpassung herausnimmt. Die Krönung war jedoch die E-Mail des Supports, in der es eiskalt hieß: “Wir bieten keine Preisfortführung an. Sie haben die Möglichkeit z.B. den Tarif in ein 1blu Homepage M für monatlich 6,99 Euro ohne Datenumzug zu wechseln oder das Recht außerordentlich zu kündigen.” Das ist die pure Definition von Friss oder stirb. Friss unsere massive Preiserhöhung, wechsle in einen anderen, immer noch teureren Tarif, oder hau ab.

Die Konsequenz: Hallo Netcup!
Wer mich kennt, weiß: So einen Umgang lasse ich mir nicht bieten. Wenn ein Anbieter glaubt, er könne Kunden durch die Abhängigkeit eines komplizierten Server-Umzugs in absurde Tarife zwingen, hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich habe meine SQL-Datenbanken exportiert, die kompletten FTP-Verzeichnisse gesichert und bin zu Netcup umgezogen.
Klar, so ein kompletter Umzug einer etablierten Seite ist Arbeit. Man muss die Domains umziehen, DNS-Einträge abwarten (Grüße an den lokalen Router-Cache!), die wp-config.php anpassen, .htaccess-Dateien neu schreiben und sich durch Linux-Dateiberechtigungen (FPM/Apache Handler) in Plesk wühlen, damit der WordPress-Upload wieder läuft. Aber: Es hat sich gelohnt! Bei Netcup.de bekomme ich nun eine exzellente, pfeilschnelle Infrastruktur zu einem absolut fairen Preis-Leistungs-Verhältnis. Keine versteckten Kostenexplosionen, kein AGB-Kauderwelsch als Ausrede für 80 % Preisaufschlag.
Mein Fazit zu 1blu: nie wieder!
Einstiegsangebote sind das eine, der langfristige Umgang mit Kunden das andere. 1blu nutzt günstige Lockangebote, um Kunden in ihr System zu holen, nur um dann später gnadenlos an der Preisschraube zu drehen – im festen Vertrauen darauf, dass die Leute zu faul sind, ihre Websites umzuziehen. Ich kann nach dieser Aktion nur eine ganz klare Warnung vor 1blu aussprechen. Sucht euch einen transparenten Hoster, der Bestandskunden wertschätzt und nicht als reine Melkkühe betrachtet.
SeppelPower.de läuft jetzt auf einem neuen Fundament – schneller, sauberer und ohne einen Anbieter, der auf Verträge pfeift.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Hosting-Anbietern oder absurd dreisten Preiserhöhungen gemacht?

